Fahrtenbuch

Selbstständige und Arbeitnehmer müssen für die private Nutzung ihres Firmenwagens Steuern zahlen. Wird ein betriebliches Kfz auch privat genutzt, muss die private Nutzung grundsätzlich mit einem Betrag von einem Prozent des Bruttolistenpreises versteuert werden.

Eine Ausnahme besteht dann, wenn ein Fahrtenbuch ordnungsgemäß geführt wird. In diesem Fall ist statt der pauschalen die tatsächliche private Nutzung zu versteuern. Ein Wechsel zwischen der pauschalen Versteuerung und der Fahrtenbuchmethode ist nur zu Beginn eines Jahres oder bei einem neuen Kfz möglich.

Für Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge sind Sonderregeln zu beachten.

Fahrtenbuch – Was ist ein Fahrtenbuch?

In einem Fahrtenbuch werden die privaten Fahrten, die mit einem betrieblichen Kfz durchgeführt werden, eingetragen, um deren Anteil an der gesamten Kfz-Nutzung nachzuweisen. Das Fahrtenbuch muss daher lückenlos Auskunft über berufliche Fahrten, Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sowie Privatfahrten geben. Hierzu können auch Fahrtenschreiber oder elektronische Aufzeichnungsgeräte verwendet werden.

Fahrtenbuch Aufbau und Funktion – Wie ist ein Fahrtenbuch aufgebaut?

Um vom Finanzamt anerkannt zu werden, muss ein Fahrtenbuch bestimmte Anforderungen erfüllen. So muss ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch folgende Angaben zu den dienstlichen Fahrten enthalten:

  • Datum und Kilometerstand zu Beginn und am Ende jeder Dienstfahrt,
  • Fahrtziel und ggf. -strecke (bei Umwegen),
  • Zweck der Fahrt und
  • Namen der aufgesuchten Geschäftspartner oder Kunden.


Für private Fahrten müssen die Angaben weniger detailliert sein; hier genügen die Angabe der gefahrenen Kilometer und die Angabe der zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gefahrenen Kilometer, siehe großes Fahrtenbuch (A5) auf Amazon anschauen.

Das Fahrtenbuch muss gebunden sein, also keine „Loseblattsammlung“. Excel-Tabellen sind ebenfalls nicht zulässig. Alle Fahrten müssen unmittelbar nach ihrer Beendigung eingetragen werden. Die Einträge müssen korrekt und leserlich sein.

Wird das Auto von mehreren Personen genutzt, ist auch der jeweilige Fahrer einzutragen. Außerdem muss das Fahrtenbuch das amtliche Kennzeichen sowie den Kilometerstand am Anfang und Ende des Jahres enthalten.

Praxisbeispiel für den Einsatz eines Fahrtenbuches

Ein Monteur beginnt um 9 Uhr morgens seine Schicht, die Fahrten zu mehreren Kunden umfasst. Diese trägt er als Dienstfahrten mit den oben genannten Angaben in das Fahrtenbuch ein. Um 13 Uhr beginnt seine Mittagspause, während derer er private Besorgungen erledigt. Diese Fahrten werden als Privatfahrten eingetragen. Um 14 Uhr nimmt er seine Kundenbesuche wieder auf und verzeichnet sie wiederum als Dienstfahrten. Seine Heimfahrt mit dem Firmenwagen um 18 Uhr trägt er als Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ein.

Vor- und Nachteile eines Fahrtenbuches

Das Führen eines Fahrtenbuches kann sehr zeitintensiv sein. Auch bei elektronischen Aufzeichnungsgeräten sind oft zusätzlich manuelle Angaben notwendig. Daher ist es ratsam, zunächst ein Fahrtenbuch für drei Monate zu führen und die Steuerersparnis gegenüber der Pauschalversteuerung zu errechnen.

Das Führen eines Fahrtenbuches lohnt sich häufig, wenn der Brutto-Listenpreis des Kfz hoch ist oder es sich um einen Gebrauchtwagen handelt. Auch bei geringer privater Nutzung oder weiten Wegen zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte kann das Führen eines Fahrtenbuches lohnenswert sein.

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Fahrtenbücher müssen genormt und vom Finanzamt anerkannt sein. Folgende Fahrtenbücher können für die Abgrenzung privater und geschäftlicher Fahrten genutzt werden:

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Von Steuerassistentin
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